S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 17.05.2012 um 10.30 UTC
Nach Vorstoß feuchtwarmer Luftmassen in der kommenden Woche wieder Temperaturrückgang.
Dabei zum Teil länger andauernde und kräftige Niederschläge möglich. Zum Teil gibt es aber
auch schauerartige und gewittrige Regenfälle mit Unwettergefahr.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 24.05.2012
Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraumes, am Sonntag, erstreckt sich ein
langwelliger Höhentrog vom Seegebiet zwischen Schottland und Island über die Britischen
Inseln bis zur Iberischen Halbinsel. Deutschland liegt dann also auf der Vorderseite
dieses Höhentroges unter einer südlichen Höhenströmung. Durch den Höhentrog hat sich
bereits im Bodendruckfeld ein schwach gradientiges, aber umfangreiches Tief entwickelt,
das sich über Südwest- West- und Mitteleuropa erstreckt. Über der Biskaya setzt im
Tagesverlauf ein Abtropfprozess ein. Nach Deutschland war schon zuvor eine schwülwarme
Luftmasse eingeflossen. Randtröge, die auf der Ostflanke des Langwellentroges nach Norden
schwenken, lösen teils schauerartige oder Gewittrige Regenfälle aus, wovon der Osten
Deutschlands zunächst noch weniger betroffen ist.
Das über der Biskaya abgetropfte Höhentief verlagert sich am Montag nach Norditalien, das
Zentrum des Bodentiefs erreicht dabei auf seiner Nordflanke Mitteleuropa. Dadurch gelangt
der Westen Deutschlands auf der Westflanke des Tiefs in eine kühlere nördliche Strömung,
während das übrige Deutschland noch unter dem Einfluss der feucht-warmen Luftmasse steht.
Besonders im Grenzbereich dieser beiden Luftmassen kann es zu kräftigen, unwetterartigen
Regenfällen kommen, die von Gewittern durchsetzt sind. Aber auch in sonst sind in der
feuchtwarmen Luftmasse kräftige Gewitter möglich.
Am Dienstag verlagert sich das Höhentief von Norditalien mit seinem Zentrum zu den
Ostalpen. Gleichzeitig zieht das Bodentief von Mitteleuropa ins östliche Mitteleuropa, so
dass nun der größte Teil Deutschlands in die nördliche bodennahe Strömung gelangt. Da um
das Höhentief Randtröge schwenken, kommt es im Übergangsbereich von kühlerer Luft zu der
feuchtwarmen Luftmasse zu weiteren teils kräftigen Regenfällen mit der Gefahr von
unwetterartigen Mengen. Während von Westen her die Luftmasse stabilisiert, sind nach Osten
hin weitere Gewitter möglich. Am Alpenrand kommt Stau auf.
Am Mittwoch werden auch letzte Reste der feuchtwarmen Luftmasse nach Osten abgedrängt,
dabei kann es allerdings besonders im Osten und Südosten Deutschlands nochmals zu
kräftigen schauerartigen oder gewittrigen Regenfällen kommen. In der Zwischenzeit hat sich
von der Norwegischen See bis zur Iberischen Halbinsel eine Hochdruckzone aufgebaut.
Zwischen dieser und dem nach Osten abgezogenen Tief kam bereits ein nach Mitteleuropa
gerichteter Kaltluftvorstoß in Gang. Die einfließende Kaltluft gelangt von Mittwoch auf
Donnerstag unter Zwischenhocheinfluss, so dass dann kaum noch Niederschläge auftreten.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Auch die beiden vorangegangenen Modelläufe des EZMW zeigten in der großräumigen
synoptischen Entwicklung ähnliche Strukturen wie der aktuelle operationelle EZMW-Lauf.
Allerdings gab es bei der kleinräumigeren Betrachtungsweise Unterschiede, besonders in der
Verteilung und Intensität der Niederschläge.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch die anderen globalen Modelle zeigen nach einem Vorstoß von feuchtwarmen Luftmassen,
der schon im kurzfristigen Vorhersagezeitraum einsetzt, den Übergang kühlerer Witterung.
Diese Übergangsphase ist durch kräftige Niederschläge unwetterträchtig.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Auch EPS zeigt wie die operationalen Modelle eine Warmluftvorstoß der allmählich von
Westen her durch wieder durch kühlere Luftmassen ersetzt wird. Die EPS-Streuung ist dabei
relativ gering und unterstützen so die Aussagen der operationellen Modelle.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Bei den signifikanten Wettererscheinungen stehen Stark- und Dauerniederschläge sowie
schwere Gewitter im Vordergrund. Bei starkem Temperaturgegensatz zwischen feuchtwarmen
Luftmassen und kühlerer Meeresluft, der sich von West nach Ost über Deutschland hinweg
schiebt, kommt es schon am Sonntag zum möglichen unwetterartigen Gewittern. Später werden
im Übergangsbereich der beteiligten Luftmassen länger andauernde, evt. auch ergiebige
Regenfälle möglich. Erst im Laufe des Mittwochs wird die Unwettergefahr auch im Osten und
Südosten Deutschlands gebannt. Während die Modelle zum Teil unwetterartige Mengen zeigen,
hält sich EFI allerdings eher bedeckt. Eine Eingrenzung von betroffenen Gebieten erscheint
noch nicht möglich.
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Basis für Mittelfristvorhersage
EPS, EZMW, MosMix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. D. Meyer
